ACHTUNG!!!

Wieder einmal hat uns eine Naturfreundin Ihre stolzen Errungenschaften präsentiert mit dem Hinweis: "Wir haben in unserem Teich Edelkrebse angesiedelt.
Leider stellte sich bei der Betrachtung des Fotos heraus,daß es sich um Signalkrebse handelt,die offensichtlich als Edelkrebse verkauft wurden.
Signalkrebse sind wie alle anderen Amerikanischen Krebse Pestüberträger und gehören nicht in unsere Gewässer.
Bitte achten Sie beim Kauf auf die Echtheit des Edelkrebses.
SIGNALKREBSE SOLLTEN AUSSCHLIESSLICH ALS SPEISEKREBSE GENUTZT WERDEN mit dem Ziel der Dezimierung dieser Tiere in unseren Gewässern.

Signalkrebse


Der Signalkrebs (lat. Pacifastacus leniusculus)

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Der Signalkrebs stammt aus Nordamerika und  wurde seit den 60 er Jahren massiv  nach Europa exportiert, ohne das Wissen um die fatalen Folgen ,die der Import mit der Weiterverbreitung der Krebspest mit sich brachte. Aufgrund seiner aggressiven Fortpflanzung  konnte er  im Laufe der folgenden Jahre neue Habitate für sich erobern, wobei die letzten  heimischen Krebspopulationen infiziert oder weiter in die Oberläufe der  Zuflüsse zurückgedrängt wurden. Da die resistenten Krebspestüberträger sich fest etablierten, hatten  unsere Flusskrebse keine Chance zur neuen Ansiedlung, da sie immer wieder durch Infektionen wegstarben. Heute ist der Signalkrebs mittlerweile in fast allen großen Fließgewässern angesiedelt und dort auch nicht mehr zu verdrängen.

Der Signalkrebs erreicht fast die Größe unseres Edelkrebses. Er lässt sich leicht identifizieren durch seine türkis- bis weißfarbenen  Signalflecken an den Scherengelenken. Seine Panzerfarbe variiert von beige bis dunkelbraun. Der Panzer ist glatter als der des Edelkrebses, jedoch befinden sich  scharfe Dornen auf Carapax und Scheren an denen man sich verletzen kann. Seine Scheren kann er zur Verteidigung und zur Drohung wesentlich senkrechter und weiter nach hinten recken, was ihn wehrhafter als der Edelkrebs macht. Er ist aggressiver und schneller als der Edelkrebs und entwickelt auch mehr Energie bei seinen Fluchtversuchen aus der Gefangenschaft, was wiederum fatale Folgen hat für die Gewässer, in die er  sich hineinflüchtet.

Der Signalkrebs kann sich bereits im zweiten Lebensjahr fortpflanzen, und das Weibchen trägt bereits im dritten  nicht selten 250-300 Eier. Der Eiausstoss  nach der Paarung erfolgt früher und auch der Schlupf der Eier  findet ca. 4 Wochen früher statt ,als beim Edelkrebs. Eine Paarung zwischen Edelkrebs- Weibchen und Signalkrebs-Männchen findet zwar statt, es kommt auch zum Eiausstoß, jedoch sterben dann die Eier ab, was für das Edelkrebsweibchen ein Jahr Fortpflanzungsausfall zur Folge hat.

Das Krebsfleisch des Signalkrebses  ist ebenfalls sehr schmackhaft.

Die Krebspest und deren Folgen auf autochtone Krebsbestände sind wohl einmalig in der Naturgeschichte.

 

W. Langenfeld

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 Diese Edelkrebszucht ist registriert nach der EGAquakulturrichtlinie 2006/88/EG mit der HIT Nr.: 100421107214